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Tiertrainer Kevin Richardson und Silke Bodenbender bei Dreharbeiten

TV-Programm ''Die Löwin'' im ZDF: Tiertrainer Kevin Richardson und Schauspielerin Silke Bodenbender bei Dreharbeiten in der Nähe von Johannesburg / Foto: © dpa

Alles über den spektakulären Dreh

TV-Programm ''Die Löwin'' im ZDF

  • Artikel vom 02. Januar 2012

Sie stehen sich Auge in Auge gegenüber: Lena und der Löwe. Während die Raubkatze zwischen den trockenen Steppenbüschen verharrt, kommt die Frau näher. Zitternd streckt sie dem Tier die Hand entgegen. Eine Schlüsselszene des TV-Films "Die Löwin" (2.1., 20.15 Uhr, ZDF) mit Silke Bodenbender – gedreht in der Savanne Südafrikas.

Es ist die fiktive Geschichte einer deutschen Ärztin, die durch die Bilder ihres Vaters, eines bekannten Tierfotografen, einst als "Löwenmädchen" bekannt war. Nachdem der Vater von Löwen getötet wurde, hatte sie Afrika verlassen. Jetzt kehrt sie erstmals an den Ort ihrer Kindheit zurück. Wir sehen ein Mädchen, das mit Löwenbabys spielt, wir sehen tödliche Raubtierattacken – die Dreharbeiten für diese Bilder waren eine Herausforderung.

Nur wenige Monate zuvor starb eine deutsche Regieassistentin bei Vorbereitungen für eine ARD-Serie, als sie in Namibia ein angeblich zahmer Leopard anfiel. "Mein oberstes Prinzip war Sicherheit", sagt Regisseurin und Drehbuchautorin Stefanie Sycholt, die selbst in Südafrika aufwuchs. "Es gab viele Szenen mit potenziell gefährlichen Tieren. Ein Löwe ist eben kein Schauspieler."

Das Sicherheitspaket: erfahrene südafrikanische Drehteams vor Ort, Schutzkäfige für Kameraleute und Schauspieler, ein Double für alle Stunts. Nur der südafrikanische Tiertrainer und "Löwenflüsterer" Kevin Richardson durfte sich den Raubtieren nähern.

Die Angst spielt trotzdem mit. Wie etwa beim Dreh des tödlichen Angriffs auf Lenas Vater: Zwei Kamerateams stehen bereit. Kevin Richardson doubelt den Schauspieler Nicky Rebelo. Mit dem Fotoapparat umkreist er den Löwen, reizt ihn, wartet auf seinen Sprung. Und das Tier greift an, wie im Drehbuch geplant! "Als Kevin unter dem Löwen lag, hörten wir plötzlich Fressgeräusche", erinnert sich Stefanie Sycholt an den schlimmsten Moment am Set. "Wir saßen zehn Minuten da und dachten: Jetzt ist es passiert!" Zehn endlose Minuten, denn Richardson hatte klare Anweisungen gegeben: nicht schreien, nicht eingreifen – egal was passiert. Regisseurin Sycholt: "Schließlich stellte sich heraus: Der Löwe hatte es auf den Fotoapparat abgesehen. Kevin musste still liegen bleiben. Eine falsche Bewegung, und das Tier hätte ihn als Beutekonkurrenten angesehen."

Verständlich, dass die Darsteller nur mit Löwenbabys arbeiten durften. Silke Bodenbender: "Liebend gern hätte ich einen der großen Löwen einmal richtig in den Arm genommen." Doch die Szene, in der sie sich als Lena dem gefährlichen Raubtier nähert, ist nur ein Kameratrick. Immerhin: Die Laute, mit denen sie den Löwen beruhigt, sind authentisch – exakt abgeschaut vom Tierflüsterer Kevin Richardson.

Autor: Kai Riedemann